Urlaubszuschuss und Weihnachtsremuneration netto berechnen

Der Rechner geht Ihr Jahr Monat für Monat durch und zeigt, was von jeder Sonderzahlung tatsächlich am Konto ankommt.

Bei 3.000 € brutto im Monat bleiben 2026 vom Urlaubszuschuss im Juni 2.375,83 € netto und von der Weihnachtsremuneration im November 2.338,63 €. Der Unterschied kommt vom Freibetrag von 620 €, den die erste Sonderzahlung des Jahres verbraucht; danach kostet jeder Euro 6 % Lohnsteuer, nach Abzug von Kranken-, Pensions- und Arbeitslosenversicherung. AK-Umlage und Wohnbauförderungsbeitrag fallen auf Sonderzahlungen nicht an. So einfach bleibt es nur, solange das Gehalt das ganze Jahr gleich ist. Wer im September eintritt, verlässt die Firma vor Weihnachten, bekommt eine Prämie im Dezember oder eine Erhöhung im Herbst, und schon verschiebt sich, welcher Teil mit dem festen Satz und welcher nach dem Tarif besteuert wird. Eine zusätzliche Prämie von 2.000 € im Dezember etwa bringt nach zwei vollen Sonderzahlungen nur 1.089,69 € netto. Der Rechner bildet jeden Monat einzeln ab und führt am Ende die Kontrollrechnung des § 77 Abs. 4a EStG durch.

Jede Sonderzahlung im Detail
MonatBruttoSechstel offenüber SechstelSVSteuerNetto
Juni3.000 €3.000 €0 €512 €112 €2.376 €
November3.000 €3.000 €0 €512 €149 €2.339 €

Sonderzahlungen netto im Jahr

4.714 €

von 6.000 € brutto · Jahressechstel 6.000 €

Sonderzahlungen brutto6.000,00 €
Sozialversicherung (ohne AK und WF)− 1.024,20 €
Feste Sätze (620 € frei, dann 6 %)− 261,34 €
Tarifsteuer auf den Teil über dem Sechstel− 0,00 €
Netto4.714,46 €
Jahresnetto gesamt30.740 €

Das Sechstel ist ein Sechstel der bis zum Auszahlungsmonat bezahlten laufenden Bezüge, aufs Jahr hochgerechnet. Was darüber liegt, wird wie ein Monatsgehalt nach Tarif versteuert.

So rechnen wir

Geprüft von Radif Partners · Redaktionsgrundsätze · Berechnungsmethode

Was Sie im Rechner eintragen

Der Rechner fragt nach Ihrem Monatsgehalt brutto, einer Gehaltserhöhung samt Monat, dem Monat des Eintritts und des Austritts, Höhe und Monat von Urlaubszuschuss und Weihnachtsremuneration, einer Prämie und regelmäßigen Überstunden. Daraus baut er zwölf Monatsabrechnungen. Für jede Sonderzahlung sehen Sie, wie viel ins Sechstel passt, was darüber liegt, welche Sozialversicherung (ohne AK und WF) und welche Steuer anfällt. Die Beträge der Sonderzahlungen geben Sie selbst ein, weil Höhe und Anteile im Kollektivvertrag stehen, nicht im Steuerrecht.

Das normale Jahr als Ausgangspunkt

3.000 € brutto das ganze Jahr, Arbeitsort außerhalb Wiens, ohne Kinder
ZahlungBruttoSozialversicherungLohnsteuerNetto
Urlaubszuschuss Juni3.000 €512,10 €112,07 €2.375,83 €
Weihnachtsremuneration November3.000 €512,10 €149,27 €2.338,63 €

Beide Zahlungen liegen ganz im Sechstel. Die Steuer folgt den festen Sätzen des § 67 Abs. 1 EStG: 620 € frei, dann 6,0 %. Wie das Sechstel selbst entsteht, erklärt die Seite zum Jahressechstel; hier geht es um die Fälle, in denen das Jahr nicht glatt verläuft.

Eintritt im Herbst

Wer am 1. September beginnt, hat im November erst drei Gehälter bezogen. Das Sechstel wird trotzdem aufs Jahr hochgerechnet und beträgt 6.000 €, die Weihnachtsremuneration passt also hinein. Abgerechnet wird aber im Dezember: Das Kontrollsechstel umfasst nur die vier tatsächlich bezahlten Gehälter, 2.000 €.

Eintritt am 1. September, 3.000 € brutto im Monat
WeihnachtsremunerationBruttoNetto im NovemberNachversteuerung im Dezember
anteilig1.000 €844,47 €0,00 €
voll3.000 €2.375,83 €222,84 €

Eine volle Weihnachtsremuneration nach kurzem Dienstverhältnis ist also teurer, als die Novemberabrechnung vermuten lässt. Ein Eintritt zählt nicht zu den Ausnahmen des § 77 Abs. 4a EStG, ein Austritt schon.

Austritt vor Weihnachten

Bei einem Austritt Ende September kommt die anteilige Weihnachtsremuneration mit der Endabrechnung, im Beispiel 2.250 €. Das Septembersechstel ist hochgerechnet, sie passt hinein und kostet 114,59 € Lohnsteuer. Das Kontrollsechstel aus neun Gehältern wäre kleiner; weil das Dienstverhältnis aber endet, verzichtet das Gesetz auf die Nachversteuerung von 154,48 €. Fängt man im selben Jahr wieder beim selben Arbeitgeber oder im Konzern an, gilt die Ausnahme nicht. Was beim Austritt sonst noch abgerechnet wird, zeigt der Abfertigungsrechner.

Prämie im Dezember

Eine Bilanz- oder Leistungsprämie zusätzlich zu zwei vollen Sonderzahlungen findet im Sechstel keinen Platz mehr. Die 2.000 € werden im Dezember nach dem Tarif versteuert und kosten 627,91 € Lohnsteuer, rund 36,6 % des Betrags nach Sozialversicherung. Anders die Mitarbeiterprämie 2026: Bis 500 €, bezahlt von Juli bis Dezember auf Grund eines Kollektivvertrags oder einer Betriebsvereinbarung, ist sie steuerfrei und verbraucht das Sechstel nicht (§ 124b EStG). Wer die Wahl hat, sollte die Prämie so gestalten lassen.

Erhöhung und Überstunden

Eine Gehaltserhöhung im Herbst lässt das Sechstel hinterherhinken; die Weihnachtsremuneration nach neuem Gehalt passt dann nicht mehr ganz hinein, und die Kontrollrechnung im Dezember gibt den Großteil zurück. Regelmäßige Überstunden wirken umgekehrt: Sie erhöhen das Sechstel und schaffen Platz für eine Prämie. Beides tragen Sie im Rechner ein; die Wirkung einer Erhöhung über das ganze Jahr zeigt die Seite zur Gehaltserhöhung, die Bedeutung von Sonderzahlungen im Vertrag der Ratgeber zum 13. und 14. Gehalt.

Häufige Fragen

Warum ist die Weihnachtsremuneration netto weniger als der Urlaubszuschuss?

Weil der Freibetrag von 620 € pro Jahr nur einmal zusteht und von der ersten Sonderzahlung verbraucht wird, meist vom Urlaubszuschuss im Juni. Bei 3.000 € brutto zahlen Sie im Juni 112,07 € Lohnsteuer auf den Urlaubszuschuss, im November 149,27 € auf die Weihnachtsremuneration. Die Sozialversicherung ist auf beide gleich hoch.

Was bleibt vom Weihnachtsgeld, wenn ich erst im Herbst eingetreten bin?

Bei Eintritt am 1. September und 3.000 € brutto ergibt eine anteilige Weihnachtsremuneration, wie sie viele Kollektivverträge vorsehen, 1.000 €; davon bleiben 844,47 €. Zahlt er freiwillig eine volle, liegt sie im Dezember über dem Kontrollsechstel und wird teilweise nachversteuert: 222,84 € Mehrsteuer auf 1.000 €. Die Höhe des Anteils legt Ihr Kollektivvertrag fest.

Wie wird eine Prämie neben Urlaubs- und Weihnachtsgeld versteuert?

Nach zwei vollen Sonderzahlungen ist das Jahressechstel meist ausgeschöpft. Eine Prämie von 2.000 € im Dezember wird dann wie ein laufender Bezug nach dem Tarif versteuert: 627,91 € Lohnsteuer und 282,40 € Sozialversicherung, netto bleiben 1.089,69 €. Eine Mitarbeiterprämie bis 500 € von Juli bis Dezember 2026 ist dagegen steuerfrei, wenn sie auf einem Kollektivvertrag oder einer Betriebsvereinbarung beruht.

Muss ich bei einem Austritt vor Weihnachten Lohnsteuer auf Sonderzahlungen nachzahlen?

Nein. Endet das Dienstverhältnis und beginnt im selben Jahr kein neues beim selben Arbeitgeber, entfällt die Nachversteuerung aus der Kontrollrechnung (§ 77 Abs. 4a EStG). Im Beispiel mit Austritt Ende September und anteiliger Weihnachtsremuneration von 2.250 € wären sonst 154,48 € fällig geworden. Im Rechner setzen Sie dafür einfach den Austrittsmonat.

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Quellen

Verfasst von

Herausgeber von Lohn- und Sozialrechnern für Österreich

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