Wie lange es Arbeitslosengeld gibt
Die vier Stufen des § 18 AlVG, die Anwartschaft davor und die Fälle, in denen sich die Dauer verlängert, verschiebt oder verkürzt.
Arbeitslosengeld gibt es in Österreich 2026 für 20 Wochen, wenn nur die Anwartschaft erfüllt ist. 30 Wochen bekommt, wer vor dem Antrag 156 Wochen arbeitslosenversicherungspflichtig beschäftigt war, also rund 3 Jahre. Auf 39 Wochen steigt die Dauer ab dem 40. Geburtstag, wenn in den letzten 10 Jahren 312 Versicherungswochen liegen, auf 52 Wochen ab dem 50. Geburtstag mit 468 Wochen in den letzten 15 Jahren (§ 18 AlVG). Davor steht die Anwartschaft: beim ersten Antrag 52 Wochen Beschäftigung in 24 Monaten, unter 25 Jahren 26 Wochen in 12 Monaten, bei jedem weiteren Antrag 28 Wochen in 12 Monaten (§ 14 AlVG). Eine Selbstkündigung sperrt das Geld für 4 Wochen, kürzt die Bezugsdauer aber nicht; dasselbe gilt für das Ruhen während einer Urlaubsersatzleistung. Schulungen des AMS verlängern die Dauer um die Kurszeit. Bei 3.000 € brutto ergibt der Unterschied zwischen 20 und 39 Wochen rund 6.348 € Arbeitslosengeld.
Wie lange Sie Arbeitslosengeld bekommen
Bezugsdauer
39 Wochen
| in Tagen | 273 |
| Versicherungswochen | 364 |
Geprüft von Radif Partners · Redaktionsgrundsätze · Berechnungsmethode
Die vier Stufen des § 18 AlVG
Die Bezugsdauer hängt an zwei Dingen: wie viele Wochen Sie vor dem Antrag arbeitslosenversicherungspflichtig gearbeitet haben und wie alt Sie bei der Geltendmachung sind. Das Gehalt spielt keine Rolle. Die Stufen stehen in § 18 AlVG, die AK fasst sie in ihrer Broschüre Arbeitslosenversicherung 2026 gleich zusammen.
| Bezugsdauer | in Tagen | nötige Versicherungswochen | Zeitraum | Alter beim Antrag |
|---|---|---|---|---|
| 20 Wochen | 140 | Anwartschaft erfüllt | – | – |
| 30 Wochen | 210 | 156 (rund 3 Jahre) | gesamtes Berufsleben | – |
| 39 Wochen | 273 | 312 (rund 6 Jahre) | letzte 10 Jahre | ab 40 |
| 52 Wochen | 364 | 468 (rund 9 Jahre) | letzte 15 Jahre | ab 50 |
Nach einer abgeschlossenen beruflichen Rehabilitation aus der Sozialversicherung erhöht sich die Dauer auf 78 Wochen (§ 18 Abs. 2 lit. c). Für alle anderen gilt die Tabelle.
Fünf Lebensläufe, fünf Ergebnisse
| Person | Alter | Versicherungsjahre | Bezugsdauer |
|---|---|---|---|
| A | 24 | 2 | 20 Wochen |
| B | 36 | 4 | 30 Wochen |
| C | 45 | 7 | 39 Wochen |
| D | 45 | 5 | 30 Wochen |
| E | 55 | 10 | 52 Wochen |
Person D zeigt die Falle der Altersstufen: Mit 45 Jahren hat sie zwar das Alter für 39 Wochen, aber nur 5 Versicherungsjahre im Zehnjahreszeitraum. Es bleibt bei 30 Wochen. Wer in den letzten Jahren selbständig war, im Ausland ohne Abkommen gearbeitet oder lange studiert hat, fällt oft genau hier eine Stufe tiefer.
Erst die Anwartschaft, dann die Dauer
Bevor die Dauer überhaupt zählt, muss die Anwartschaft nach § 14 AlVG erfüllt sein. Beim ersten Arbeitslosengeld sind das 52 Wochen arbeitslosenversicherungspflichtige Beschäftigung in den letzten 24 Monaten. Wer den Antrag vor dem 25. Geburtstag stellt, braucht nur 26 Wochen in 12 Monaten. Bei jedem weiteren Bezug reichen 28 Wochen in 12 Monaten.
Der Unterschied zwischen beiden Rechnungen ist im Alltag wichtig. Für die Anwartschaft wird jede Zeit nur einmal verwendet: Wer einen Anspruch ausgeschöpft hat, muss neue Wochen sammeln. Für die Bezugsdauer zählen dagegen alle anrechenbaren Zeiten im jeweiligen Zeitraum, auch solche, die schon einmal einen Anspruch begründet haben. Die Rahmenfrist der Anwartschaft verlängert sich um Ausbildung, Präsenz- oder Zivildienst und andere Zeiten, meist um höchstens 5 Jahre, um Kinderbetreuungsgeld oder Krankengeld sogar unbegrenzt. Die 10 und 15 Jahre der Bezugsdauer lassen sich laut AK nicht verlängern.
Arbeitslosengeld aus Ihrem letzten Gehalt
Tagsatz
43,61 €
| pro Monat (30 Tage) | 1.308 € |
| Grundbetrag 55 % | 42,46 € |
| Ergänzungsbetrag | 1,15 € |
Was die Dauer verschiebt, aber nicht kürzt
Sperre nach Selbstkündigung
Endet das Dienstverhältnis durch Ihre Kündigung, einen unberechtigten Austritt oder eine verschuldete Entlassung, gibt es 4 Wochen kein Geld. Das gilt auch, wenn Sie in der Probezeit selbst gehen. Die 28 Tage werden aber nicht von Ihrem Anspruch abgezogen: Wer 30 Wochen zusteht, bekommt auch nach der Sperre 30 Wochen, nur beginnt die Auszahlung später. Bei einer einvernehmlichen Auflösung gibt es keine Sperre.
Ruhen während der Urlaubsersatzleistung
Wird offener Urlaub bei Ende des Dienstverhältnisses ausbezahlt, läuft die Versicherung um diese Tage weiter, und das Arbeitslosengeld ruht. Ruhen heißt: in dieser Zeit wird nichts ausbezahlt, der Gesamtanspruch bleibt gleich. Dasselbe gilt bei Krankengeld, Kündigungsentschädigung, einem nicht bewilligten Auslandsaufenthalt oder Präsenzdienst. Stellen Sie den Antrag trotzdem sofort, frühestens 3 Wochen vor dem letzten Arbeitstag: Arbeitslosengeld wird nicht rückwirkend ausbezahlt.
Was die Dauer verlängert
Die Zeit einer Schulung oder Wiedereingliederungsmaßnahme hängt sich an die Bezugsdauer an (§ 18 Abs. 4). In einer anerkannten Arbeitsstiftung kann sich der Bezug um bis zu 156 Wochen verlängern, bei gesetzlich längerer Ausbildung oder ab 50 Jahren um bis zu 209 Wochen insgesamt (§ 18 Abs. 5).
Was die Dauer tatsächlich verkürzt
Anders als die Sperre kostet ein Anspruchsverlust echte Wochen. Wer eine zumutbare Stelle ablehnt, keine Bemühungen nachweist oder eine Schulung vereitelt, verliert 6 Wochen, bei jeder weiteren Weigerung 8 Wochen. Eine versäumte Kontrollmeldung sperrt das Geld bis zur Wiedermeldung; verloren gehen dabei höchstens 62 Tage.
Was die Dauer in Euro bedeutet
Bei 3.000 € brutto im Monat beträgt das Arbeitslosengeld 47,73 € am Tag. Über die Bezugsdauer summiert sich das so:
| Bezugsdauer | Summe Arbeitslosengeld |
|---|---|
| 20 Wochen | 6.682 € |
| 30 Wochen | 10.023 € |
| 39 Wochen | 13.030 € |
| 52 Wochen | 17.374 € |
Die Dauer wirkt auch nach dem Ende weiter. Die Notstandshilfe wird nach sechs Monaten gedeckelt, wenn vorher nur 20 oder 30 Wochen Arbeitslosengeld zustanden; nach 39 oder 52 Wochen gibt es keinen Deckel. Ab 45 zählt dafür die längste je zuerkannte Bezugsdauer (§ 36 Abs. 5 AlVG). Ihre Tageshöhe rechnet der Arbeitslosengeld-Rechner aus.