Abfertigung berechnen: neu oder alt
Welches der beiden Systeme für Ihr Dienstverhältnis gilt und was der Rechner dafür jeweils ausweist.
Welche Abfertigung Ihnen zusteht, hängt am Beginn des Dienstverhältnisses: Hat es am 1. Jänner 2003 oder später begonnen, gilt die Abfertigung neu nach dem BMSVG, sonst die Abfertigung alt nach § 23 Angestelltengesetz, außer Sie haben schriftlich einen Übertritt vereinbart. Bei der neuen zahlt der Arbeitgeber laufend 1,53 % des Bruttos samt Sonderzahlungen in eine Betriebliche Vorsorgekasse; bei 3.200 € brutto und 14 Bezügen sind das 685,44 € im Jahr, nach acht Jahren 5.484 € ohne Erträge. Bei der alten zahlt der Arbeitgeber selbst ein Vielfaches des letzten Monatsentgelts: 2 Monatsentgelte ab 3 Dienstjahren bis 12 ab 25 Jahren. Bei gleichem Gehalt wären das nach acht Jahren 11.200 € brutto. Beide werden mit 6 % Lohnsteuer belastet. Der Rechner zeigt für das neue System das Guthaben mit einer Verzinsung, die Sie selbst annehmen, und für das alte die Zahl der Monatsentgelte samt Betrag.
Guthaben in der BV-Kasse
5.883 €
ausbezahlt mit 6 %: 5.530 €
| Beitrag 1,53 % von 14 Bezügen pro Jahr | 685,44 € |
|---|---|
| Eingezahlt gesamt | 5.484 € |
| Guthaben mit Ihrer Verzinsungsannahme | 5.883 € |
| Lohnsteuer 6 % bei Auszahlung | − 353 € |
Auszahlung möglich, wenn der Arbeitgeber kündigt oder einvernehmlich gelöst wird; bei Selbstkündigung bleibt das Geld in der Kasse und wandert mit.
Geprüft von Radif Partners · Redaktionsgrundsätze · Berechnungsmethode
Was der Rechner für jedes System zeigt
Oben wählen Sie das System und tragen Ihr durchschnittliches Monatsbrutto ein. Für die Abfertigung neu fragt der Rechner nach den Beitragsjahren in der Vorsorgekasse und nach einer angenommenen Verzinsung. Er rechnet 1,53 % von 14 Bezügen pro Jahr, wie es § 6 BMSVG vorschreibt, und zieht bei Auszahlung 6,0 % Lohnsteuer ab. Mit den Startwerten (3.200 €, acht Jahre, zwei Prozent Annahme) ergibt das 5.883 € Guthaben und 5.530 € netto. Den beitragsfreien ersten Monat berücksichtigt er nicht, das Ergebnis liegt also leicht zu hoch.
Für die Abfertigung alt zählen die Dienstjahre beim selben Arbeitgeber. Der Rechner wählt die Stufe nach § 23 Abs. 1 Angestelltengesetz, rechnet das Monatsentgelt inklusive eines Sechstels für Sonderzahlungen und zieht 6,0 % ab. Bei 3.200 € und acht Jahren sind das 3 Monatsentgelte zu 3.733,33 €, zusammen 11.200 € brutto und 10.528 € netto.
Neu und alt bei gleichem Gehalt
| Dienstjahre | alt: Monatsentgelte | alt: brutto | neu: Beiträge ohne Erträge |
|---|---|---|---|
| 3 | 2 | 7.467 € | 2.056 € |
| 5 | 3 | 11.200 € | 3.427 € |
| 10 | 4 | 14.933 € | 6.854 € |
| 15 | 6 | 22.400 € | 10.282 € |
| 20 | 9 | 33.600 € | 13.709 € |
| 25 | 12 | 44.800 € | 17.136 € |
Das alte System springt in Stufen und belohnt lange Betriebstreue, das neue wächst gleichmäßig und wandert mit Ihnen von Job zu Job. Wie die Vorsorgekasse funktioniert, wann Sie über das Geld verfügen dürfen und was die drei Einzahlungsjahre bedeuten, steht im Ratgeber Abfertigung neu. Wann der Anspruch nach altem Recht verloren geht, wann er fällig wird und was im Todesfall gilt, erklärt der Ratgeber Abfertigung alt.
Übertritt vom alten ins neue System
Laut Unternehmensserviceportal können Arbeitgeber und Arbeitnehmer mit einem Vertrag aus der Zeit vor 2003 schriftlich vereinbaren, ab einem Stichtag ins neue System zu wechseln. Entweder wird der bis dahin erworbene Anspruch eingefroren, dann gilt für diesen Teil weiter das alte Recht samt Verlust bei Selbstkündigung; oder er wird als Kapitalbetrag in die Vorsorgekasse übertragen. Ab dem Stichtag zahlt der Arbeitgeber in beiden Fällen 1,53 %. Im Rechner geben Sie dann für den alten Teil die Jahre bis zum Stichtag ein und für den neuen die Jahre danach.
Die 6,0 % Lohnsteuer stehen in § 67 Abs. 3 EStG. Wer nach der Kündigung Arbeitslosengeld beantragt, rechnet es mit dem Arbeitslosengeld-Rechner nach.