Was von Ihren Überstunden netto bleibt

Stundenlohn, Zuschlag, steuerfreier Teil und Abzüge für genau Ihren Monat, nach den Regeln von 2026.

Zehn Überstunden mit dem gesetzlichen Zuschlag von 50 % bringen bei 3.000 € brutto und 40 Wochenstunden 2026 259,82 € brutto und 174,99 € netto, also 67 % des Bruttobetrags. Der Grundlohn je Stunde beträgt 17,32 € (Monatsgehalt geteilt durch Wochenstunden mal 4,33). Steuerfrei sind 2026 die Zuschläge für die ersten 15 Überstunden im Monat, höchstens 50 % des Grundlohns und insgesamt 170 €. Das ist eine Übergangsregel für ein Jahr: 2024 und 2025 galten 18 Stunden und 200 €, ab Jänner 2027 gilt wieder das Dauerrecht mit 10 Stunden und 120 €. Die Grundvergütung der Überstunden ist immer voll steuerpflichtig, und Sozialversicherung fällt auf den ganzen Betrag an. Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit sowie Schmutz-, Erschwernis- und Gefahrenzulagen sind zusätzlich bis 400 € im Monat steuerfrei.

Davon bleibt netto

174,54 €

von 259,82 € brutto · 67 %

Grundlohn je Stunde (÷ 4,33 Wochen)17,32 €
Grundvergütung der Überstunden173,21 €
Überstundenzuschläge86,61 €
davon steuerfrei (max. 15 Std., 170 €)86,61 €
mehr Sozialversicherung− 47,60 €
mehr Lohnsteuer− 37,68 €
Netto des Monats2.343,37 €

Berechnungsmethode

Geprüft von Radif Partners · Redaktionsgrundsätze · Berechnungsmethode

So rechnet der Überstunden-Rechner

Sie geben Monatsgehalt brutto, Normalarbeitszeit pro Woche, die Überstunden des Monats, den Zuschlag und das Bundesland des Arbeitsorts ein. Der Rechner ermittelt den Grundlohn je Stunde, indem er das Gehalt durch die Wochenstunden mal 4,33 teilt, multipliziert mit den Stunden, legt den Zuschlag darauf und trennt den steuerfreien Teil ab. Dann rechnet er Ihren Lohnzettel zweimal, mit und ohne Überstunden. Die große Zahl ist, was davon netto bleibt. Ihr Kollektivvertrag darf eine andere Berechnungsart vorsehen (§ 10 Abs. 3 AZG); dann weicht der Stundenlohn leicht ab.

Was 10 Überstunden bei 3.000 € bringen

3.000 € brutto, 40 Wochenstunden, Arbeitsort außerhalb Wiens, Werte 2026
PostenBetrag
Grundlohn je Stunde17,32 €
Grundvergütung173,21 €
Zuschlag 50,0 %86,61 €
davon steuerfrei86,61 €
mehr Sozialversicherung46,95 €
mehr Lohnsteuer37,88 €
mehr netto174,99 €

Mehr Stunden, kleinerer Netto-Anteil

3.000 € brutto, 40 Wochenstunden, Zuschlag 50,0 %
Überstundenbrutto mehrdavon steuerfreinetto mehr
5129,91 €43,30 €87,50 €
10259,82 €86,61 €174,99 €
15389,72 €129,91 €262,48 €
20519,63 €129,91 €336,98 €

Bis zur 15. Stunde wächst der steuerfreie Teil mit, danach bleibt er stehen; jede weitere Stunde wird samt Zuschlag voll versteuert. Bei 20 Stunden bleiben deshalb 64,8 % netto statt 67,4 % bei 10 Stunden.

Die Regeln 2024 bis 2027 im Vergleich

Die Grenze in § 68 Abs. 2 EStG liegt im Dauerrecht bei 10 Stunden und 120 €. Für 2024 und 2025 hob § 124b EStG sie befristet an, für 2026 gilt eine eigene, etwas niedrigere Stufe. Für 20 Überstunden bei 3.000 € brutto heißt das:

Steuerfreier Überstundenzuschlag pro Monat, je höchstens 50,0 % des Grundlohns
JahrGrenzesteuerfreier Zuschlag
2024 und 202518 Std., 200 €155,88 €
202615 Std., 170 €129,90 €
ab 202710 Std., 120 €86,60 €

Hat Ihr Arbeitgeber Anfang 2026 noch mit den alten Werten abgerechnet, musste er bis spätestens 31. Mai 2026 aufrollen, sofern das technisch möglich war; prüfen Sie im Zweifel Ihre Lohnzettel der ersten Monate.

Sonntag, Feiertag, Nacht und Zulagen

Unabhängig davon sind Schmutz-, Erschwernis- und Gefahrenzulagen, Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit und die damit zusammenhängenden Überstundenzuschläge bis 400 € im Monat steuerfrei (§ 68 Abs. 1). Der Rechner bildet nur die Befreiung für normale Überstunden ab; wählen Sie 100,0 % Zuschlag, rechnet er davon höchstens die Hälfte des Grundlohns steuerfrei. Was das Sechstel durch regelmäßige Überstunden gewinnt, zeigt der Urlaubsgeld- und Weihnachtsgeld-Rechner; Ihren Stundenlohn ohne Überstunden finden Sie auf der Seite Stundenlohn.

Häufige Fragen

Wie viele Überstunden sind 2026 steuerfrei?

Steuerfrei sind nicht die Überstunden selbst, sondern ihre Zuschläge: 2026 für die ersten 15 Überstunden im Monat, bis 50 % des Grundlohns und höchstens 170 € (§ 124b EStG). Bei 3.000 € brutto reicht das für 8,66 € je Stunde; der Deckel von 170 € greift erst ab rund 3.926 € Monatsbrutto bei 40 Wochenstunden.

Warum bleibt von Überstunden netto so wenig übrig?

Weil die Überstunden oben auf Ihr Gehalt kommen und dort mit dem Grenzsteuersatz besteuert werden, dazu volle Sozialversicherung. Bei 3.000 € brutto und 10 Stunden gehen 46,95 € an die Sozialversicherung und 37,88 € an Lohnsteuer. Ohne den steuerfreien Zuschlag wäre die Lohnsteuer höher. Regelmäßige Überstunden erhöhen außerdem das Jahressechstel für Urlaubs- und Weihnachtsgeld.

Kann ich statt Geld Zeitausgleich für Überstunden verlangen?

Grundsätzlich regelt das der Kollektivvertrag, sonst die Betriebsvereinbarung, sonst gebührt Geld. Für Überstunden, mit denen Sie 10 Stunden am Tag oder 50 Stunden in der Woche überschreiten, dürfen Sie selbst wählen, ob Sie Geld oder Zeitausgleich wollen, spätestens am Ende des Abrechnungszeitraums (§ 10 Abs. 4 AZG). Beim Zeitausgleich ist der Zuschlag mitzurechnen, also anderthalb Stunden frei je Überstunde mit 50 %.

Gelten Mehrstunden in Teilzeit steuerlich als Überstunden?

Für die Steuerbefreiung nach § 68 Abs. 2 EStG nicht. Als Überstunde gilt dort nur Arbeitszeit über 40 Stunden in der Woche oder über die Tagesarbeitszeit, die sich aus einer Normalarbeitszeit von mindestens 40 Wochenstunden ergibt. Wer 25 Stunden vereinbart hat und 30 arbeitet, versteuert einen allfälligen Zuschlag voll. Tragen Sie Teilzeit-Mehrstunden deshalb nicht als Überstunden in den Rechner ein.

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Quellen

Verfasst von

Herausgeber von Lohn- und Sozialrechnern für Österreich

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