Der Pendlereuro 2026: dreimal so viel wie im Vorjahr
Was der verdreifachte Pendlereuro direkt von Ihrer Lohnsteuer abzieht und in welchen Fällen davon im Lohnzettel nichts ankommt.
Der Pendlereuro beträgt seit Jänner 2026 6 € pro Jahr für jeden Kilometer der einfachen Strecke zwischen Wohnung und Arbeitsstätte, bis 2025 waren es 2 €. Er ist ein Absetzbetrag nach § 33 Abs. 5 Z 4 EStG: Er wird von der fertig berechneten Lohnsteuer abgezogen und ist deshalb für jeden Euro wert, unabhängig vom Grenzsteuersatz. Wer 35 Kilometer pendelt, bekommt 210 € im Jahr statt 70 €, also 140 € mehr; genau dieses Beispiel nennt das Finanzministerium. Den Pendlereuro gibt es nur, wenn ein Pendlerpauschale zusteht, und er wird genauso aliquotiert: voll ab elf Fahrten im Monat, zu zwei Dritteln bei acht bis zehn und zu einem Drittel bei vier bis sieben Fahrten. Bei 3.000 € brutto und 35 Kilometern bringt er allein 17,50 € netto im Monat und damit mehr als das kleine Pauschale selbst. Ist die Lohnsteuer schon null, etwa wegen des Familienbonus, hilft er erst in der Arbeitnehmerveranlagung über die SV-Rückerstattung von bis zu 750 €.
Pendlereuro 2026 gegen 2025
Pendlereuro 2026 pro Jahr
210 €
| Pendlereuro 2025 | 70 € |
| Mehr Steuerersparnis 2026 | 140 € |
| pro Monat | 11,67 € |
Nur mit Anspruch auf Pendlerpauschale (klein ab 20 km, groß ab 2 km).
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Was sich 2026 geändert hat
Bis Ende 2025 brachte jeder Kilometer des Arbeitswegs 2 € Steuerersparnis im Jahr. Seit 1. Jänner 2026 sind es 6 €. Das Finanzministerium hat die Verdreifachung in seiner Mitteilung vom 30. Dezember 2025 mit einem Beispiel erklärt: 35 Kilometer einfache Strecke ergeben 140 € mehr im Jahr. Die Erhöhung betrifft den Pendlereuro und kommt allen Pendlern mit Pauschale zugute, unabhängig davon, wie viel sie verdienen.
| Einfache Strecke | Pendlereuro 2025 | Pendlereuro 2026 | pro Monat 2026 |
|---|---|---|---|
| 10 km | 20 € | 60 € | 5,00 € |
| 20 km | 40 € | 120 € | 10,00 € |
| 35 km | 70 € | 210 € | 17,50 € |
| 50 km | 100 € | 300 € | 25,00 € |
| 70 km | 140 € | 420 € | 35,00 € |
Absetzbetrag statt Freibetrag
Das Pendlerpauschale und der Pendlereuro werden oft in einem Atemzug genannt, wirken aber an verschiedenen Stellen der Steuerberechnung. Das Pauschale nach § 16 Abs. 1 Z 6 EStG mindert das Einkommen, auf das der Tarif angewendet wird. Der Pendlereuro nach § 33 Abs. 5 Z 4 EStG kommt erst danach: Er wird von der Steuer abgezogen, die sich aus dem Tarif ergibt. Ein Absetzbetrag von 210 € senkt die Steuer um genau 210 €, im 20-Prozent-Bereich genauso wie im 40-Prozent-Bereich.
Bei 3.000 € brutto liegt der Grenzsteuersatz bei 30,0 %. Das kleine Pauschale von 696 € spart deshalb rund 17,40 € im Monat, der Pendlereuro dagegen 17,50 €. Zusammen sind es 34,90 € mehr netto. Seit der Verdreifachung ist der Pendlereuro bei mittleren Einkommen und mittleren Entfernungen also der größere der beiden Posten. Wer nur die Pauschale im Kopf hat, unterschätzt, was der Arbeitsweg 2026 steuerlich wert ist.
Fahrten im Monat und weitere Regeln
Für den Pendlereuro gelten die Bestimmungen des Pendlerpauschales sinngemäß, das Gesetz verweist ausdrücklich darauf. Daraus folgt:
- Aliquotierung: elf oder mehr Fahrten im Monat geben den vollen Pendlereuro, acht bis zehn zwei Drittel, vier bis sieben ein Drittel. Bei 35 Kilometern sind das 210 €, 140 € oder 70 € im Jahr.
- Entfernung: maßgeblich ist die Strecke laut Pendlerrechner, nicht die tatsächlich gefahrene.
- Firmenauto: Stellt der Arbeitgeber ein Kraftfahrzeug für den Arbeitsweg zur Verfügung, entfallen Pauschale und Pendlereuro. Ein Dienstfahrrad schadet nicht.
- Mehrere Arbeitsstätten oder Wohnsitze: Der Pendlereuro folgt der Entfernung, die für das Pauschale gilt, also dem nächstgelegenen Wohnsitz oder dem Familienwohnsitz.
Pendlereuro 2026 gegen 2025
Pendlereuro 2026 pro Jahr
210 €
| Pendlereuro 2025 | 70 € |
| Mehr Steuerersparnis 2026 | 140 € |
| pro Monat | 11,67 € |
Nur mit Anspruch auf Pendlerpauschale (klein ab 20 km, groß ab 2 km).
Wenn der Pendlereuro im Lohnzettel verpufft
Ein Absetzbetrag kann im Lohnzettel nur so weit wirken, wie Lohnsteuer vorhanden ist. Bei kleinen Gehältern ist das schnell erreicht. Die Tabelle zeigt die monatliche Lohnsteuer ohne Pendeln und mit 35 Kilometern und kleinem Pauschale; die Differenz enthält Pauschale, Pendlereuro und bei kleinen Einkommen den höheren Verkehrsabsetzbetrag.
| Brutto pro Monat | Lohnsteuer ohne Pendeln | Lohnsteuer mit 35 km | Ersparnis pro Monat |
|---|---|---|---|
| 1.600 € | 2,43 € | 0,00 € | 2,43 € |
| 2.000 € | 70,34 € | 41,24 € | 29,10 € |
| 2.500 € | 168,05 € | 133,15 € | 34,90 € |
| 3.000 € | 283,82 € | 248,92 € | 34,90 € |
| 4.000 € | 552,41 € | 511,71 € | 40,70 € |
Bei 1.600 € brutto sinkt die Lohnsteuer schon auf 0,00 €, obwohl die Absetzbeträge noch mehr hergeben würden. Ähnlich ist es bei Familien: Der Familienbonus Plus wird nach § 33 Abs. 2 EStG als erster Absetzbetrag abgezogen, alle anderen kommen danach. Bei 3.000 € brutto mit zwei Kindern unter 18 bleibt mit und ohne Pendlerpauschale eine Lohnsteuer von 0,00 €; der Pendlereuro hat im Lohnzettel keinen Platz mehr.
Wie der Pendlereuro dann trotzdem ankommt
Verloren ist er nicht. In der Arbeitnehmerveranlagung rechnet das Finanzamt das ganze Jahr neu. Drücken Verkehrsabsetzbetrag und Pendlereuro die Steuer unter null, werden 55,0 % der eigenen Sozialversicherungsbeiträge erstattet, für Pendler mit Pauschale bis zu 750 € im Jahr statt 496 €. Bei Einkommen bis 19.761 € kommt der SV-Bonus von bis zu 804 € dazu. Die Erstattung ist mit der negativen Steuer begrenzt; der Pendlereuro hilft also, diese Grenze zu erreichen. Wer wenig verdient und weit fährt, sollte die Veranlagung deshalb nie auslassen, auch wenn der Lohnzettel bereits null Lohnsteuer zeigt.
Was der Pendlereuro nicht ist
Er ist keine Fahrtkostenerstattung des Arbeitgebers und kein Zuschuss zum Klimaticket. Er erscheint nicht als eigene Zeile mit Geld auf dem Konto, sondern als niedrigere Lohnsteuer. Auf dem Lohnzettel steht er meist gemeinsam mit dem Pendlerpauschale. Und er hängt nicht davon ab, ob Sie mit dem Auto, dem Zug oder dem Rad fahren. Wie viel Ihr eigener Arbeitsweg im Monat bringt, berechnet der Pendlerpauschale-Rechner mit Ihrem Bruttogehalt; dort sehen Sie auch, ob das kleine oder das große Pauschale den Ausschlag gibt. Wie der Verkehrsabsetzbetrag bei kleinen Einkommen steigt, erklärt die Seite zum Verkehrsabsetzbetrag.