Arbeitslosengeld 2026 berechnen: der Tagsatz des AMS

Wie das AMS aus Ihren gespeicherten Beitragsgrundlagen einen Tagsatz macht, Schritt für Schritt und mit der Tabelle der Arbeiterkammer abgeglichen.

Wer zuletzt 3.000 € brutto im Monat verdient hat, bekommt 2026 rund 47,73 € Arbeitslosengeld pro Tag, für 30 Tage gerechnet 1.431,90 €. Das AMS rechnet nach § 21 AlVG: Es nimmt die zwölf letzten gespeicherten monatlichen Beitragsgrundlagen vor der einjährigen Berichtigungsfrist, schlägt pauschal ein Sechstel für Urlaubs- und Weihnachtsgeld auf, zieht davon Sozialversicherung und Lohnsteuer eines alleinstehenden Angestellten ab und zahlt 55 % dieses fiktiven Nettos als Grundbetrag. Berücksichtigt wird das Einkommen höchstens bis zur Höchstbemessungsgrundlage von 6.825 € im Monat, deshalb endet der Tagsatz ohne Angehörige bei 81,80 €. Bei kleinen Einkommen hebt ein Ergänzungsbetrag den Tagsatz in Richtung 43,61 €, höchstens auf 60 % des Nettos, mit Familienzuschlag auf 80 %. Je unterhaltener Person kommen 0,97 € am Tag dazu. Unser Motor trifft die 102 Zeilen der Tabelle der Arbeiterkammer im Mittel auf 0,08 % genau.

Das AMS nimmt die letzten zwölf abgeschlossenen Beitragsmonate vor der einjährigen Berichtigungsfrist, nicht Ihr letztes Gehalt. Schwankende Bezüge: Durchschnitt eintragen.

Arbeitslosengeld pro Tag

45,09 €

rund 1.353 € im Monat (30 Tage) · 30 Wochen

Bemessung: Brutto + 1/6 für Sonderzahlungen3.266,67 €
Fiktives Nettoeinkommen pro Tag81,99 €
Grundbetrag 55 %45,09 €
Tagsatz45,09 €
Danach Notstandshilfe (92 %)41,48 €
Notstandshilfe ab dem 7. Monat (Deckel)41,48 €

55 % des fiktiven Nettos. Seit 1. Jänner 2026 ist ein geringfügiger Zuverdienst während des Bezugs grundsätzlich nicht mehr erlaubt.

Berechnungsmethode und Abgleich mit der AK-Tabelle

Geprüft von Radif Partners · Redaktionsgrundsätze · Berechnungsmethode

Was der Rechner ausgibt

Sie tragen Ihr durchschnittliches Monatsbrutto ohne Sonderzahlungen ein, die Zahl der Angehörigen, für die Ihnen ein Familienzuschlag zusteht, Ihr Alter und die versicherten Jahre. Heraus kommen der Tagsatz mit allen Bausteinen, der Betrag für 30 Tage, die Bezugsdauer in Wochen und der Tagsatz der Notstandshilfe, die danach folgen kann. Die Dauer erklärt die Seite zur Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes, die Anschlussleistung die Seite zur Notstandshilfe.

Vom Brutto zum Tagsatz in vier Schritten

  1. Bemessung: laufendes Brutto plus ein Sechstel für Sonderzahlungen. Aus 3.000 € werden 3.500,00 €, gedeckelt bei 6.825 € (AMS, Maßgebliche Werte 2026).
  2. Fiktives Netto: Davon gehen die Abgaben eines alleinstehenden Angestellten ab, ohne Freibeträge, die einen Antrag brauchen. Mal zwölf, geteilt durch 365, ergibt 86,78 € am Tag.
  3. Grundbetrag: 55,0 % davon, kaufmännisch auf den Cent gerundet: 47,73 €.
  4. Zuschläge: Ergänzungsbetrag bei kleinen Einkommen, Familienzuschläge je Angehörigem. Bei 3.000 € ohne Angehörige bleibt es beim Grundbetrag.

So steht es in § 21 Abs. 3 AlVG. Der Rechner zeigt jeden Schritt einzeln, damit Sie Ihren Bescheid Zeile für Zeile nachvollziehen können.

Tagsätze 2026 nach Monatsbrutto

Arbeitslosengeld ohne Angehörige, Antrag 2026, aus unserem Motor
Brutto im MonatBemessung mit 1/6Tagsatzfür 30 Tage
1.500 €1.750,00 €29,16 €874,80 €
2.000 €2.333,33 €37,43 €1.122,90 €
2.500 €2.916,67 €43,61 €1.308,30 €
3.000 €3.500,00 €47,73 €1.431,90 €
4.000 €4.666,67 €60,26 €1.807,80 €
5.000 €5.833,33 €71,90 €2.157,00 €
6.000 €6.825,00 €81,80 €2.454,00 €

Ab einem laufenden Brutto von 5.850,00 € greift der Deckel: Mehr Einkommen erhöht den Tagsatz nicht mehr.

Ergänzungsbetrag und Familienzuschlag am Beispiel

Bei 2.000 € brutto ergibt sich ein fiktives Netto von 62,38 € am Tag und ein Grundbetrag von 34,31 €. Weil das unter dem Richtsatz liegt, kommt ein Ergänzungsbetrag von 3,12 € dazu, bis 60,0 % des Nettos: Tagsatz 37,43 €. Mit zwei Angehörigen darf bis 80,0 % aufgestockt werden; der Ergänzungsbetrag steigt auf 9,30 €, dazu 1,94 € Familienzuschläge. Ergebnis: 45,55 € am Tag statt 37,43 €. Die Regeln dazu fasst die Seite von oesterreich.gv.at zusammen.

Unser Abgleich mit der Tabelle der Arbeiterkammer

Die AK Niederösterreich druckt in ihrer Broschüre Arbeitslosenversicherung 2026 eine Tabelle mit Richtwerten für einen Antrag im März 2026. Wir haben alle 102 Zeilen nachgerechnet: Die Abweichung beträgt im Mittel 0,08 %, höchstens 0,43 %, meist ein bis fünf Cent am Tag.

Tagsatz ohne Angehörige, AK-Tabelle Stand 1.3.2026
Brutto im MonatAK-Tabelleunser Rechner
1.500 €29,22 €29,16 €
2.000 €37,45 €37,43 €
3.000 €47,73 €47,73 €
4.000 €60,21 €60,26 €

Die kleinen Unterschiede kommen von Rundungen in der Lohnsteuer auf die Sonderzahlungen. Den genauen Betrag legt nur das AMS fest; die Methode beschreibt die Seite Berechnungsmethode.

Welche Monate zählen und welche nicht

Übersprungen werden Kalendermonate, in denen wegen Krankheit, Schwangerschaft oder Beschäftigungslosigkeit nicht das volle Entgelt floss, außerdem Monate mit Kinderbetreuungsgeld, Pflegekarenz, Bildungsteilzeitgeld, Rehabilitations- oder Wiedereingliederungsgeld. Gibt es weniger als zwölf brauchbare Monate, aber mindestens sechs, wird über diese gemittelt. Grundlagen aus dem vorvorigen Kalenderjahr oder früher werden mit dem Aufwertungsfaktor des ASVG erhöht. Wer neben dem Bezug etwas dazuverdienen will, liest vorher die Seite zum Zuverdienst bei Arbeitslosigkeit: Seit Jänner 2026 sind die Regeln deutlich strenger.

Häufige Fragen

Warum rechnet das AMS das Arbeitslosengeld nicht mit meinem letzten Gehalt?

Weil Beitragsgrundlagen ein Jahr lang berichtigt werden dürfen. Das AMS nimmt deshalb die zwölf letzten Monate, die vor dieser Berichtigungsfrist liegen, also grob die Monate 13 bis 24 vor dem Antrag (§ 21 Abs. 1 AlVG). Eine Gehaltserhöhung aus dem letzten Jahr wirkt sich daher noch nicht aus, eine Kürzung durch Teilzeit ebenso wenig. Monate mit Krankengeld, Kinderbetreuungsgeld oder Pflegekarenz werden übersprungen.

Wie hoch ist das Arbeitslosengeld 2026 höchstens?

Ohne Angehörige 81,80 € am Tag, das sind 2.454 € für 30 Tage. Die Grenze kommt aus der Höchstbemessungsgrundlage von 6.825 € brutto im Monat inklusive Sonderzahlungen; das AlVG nimmt dafür die Höchstbeitragsgrundlage von vor drei Jahren. Wer mehr verdient hat, bekommt nicht mehr. Familienzuschläge von 0,97 € je Person kommen noch dazu.

Was ist der Ergänzungsbetrag beim Arbeitslosengeld?

Ein Aufschlag für kleine Einkommen. Liegt der Grundbetrag unter dem Ausgleichszulagenrichtsatz von 1.308,39 € im Monat, also 43,61 € am Tag, wird aufgestockt, aber nur bis 60 % des fiktiven Nettos, mit Familienzuschlägen bis 80 %. Bei 2.000 € brutto ohne Angehörige macht er 3,12 € am Tag aus.

Für wen gibt es den Familienzuschlag zum Arbeitslosengeld?

Für Kinder, Enkel, Stief-, Wahl- und Pflegekinder mit Familienbeihilfe, zu deren Unterhalt Sie wesentlich beitragen, je 0,97 € am Tag. Für Ehe- oder Lebenspartner gibt es ihn nur, wenn zugleich für mindestens ein minderjähriges Kind oder eine behinderte Person ein Zuschlag zusteht. Arbeitslosengeld samt Zuschlägen darf 80 % des fiktiven Nettoeinkommens nie überschreiten.

Behalte ich ab 45 meine frühere Bemessung für das Arbeitslosengeld?

Ja. Wer das 45. Lebensjahr vollendet hat, behält bei jedem weiteren Anspruch das monatliche Brutto der früheren Bemessung, bis ein höheres vorliegt (§ 21 Abs. 8 AlVG). Wer nach einer Arbeitslosigkeit einen schlechter bezahlten Job annimmt und ihn wieder verliert, fällt also nicht auf das niedrigere Gehalt zurück. Im Rechner tragen Sie in diesem Fall das frühere Brutto ein.

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Quellen

Verfasst von

Herausgeber von Lohn- und Sozialrechnern für Österreich

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